Die Bauweise der kanarischen Häuser
Das Wetter Teneriffa beeinflusste früher, aber auch heute noch die Bauweise der Häuser. Sowohl die Fenster, als auch die Patios und die Dachterrasse sind alle aus einem besonderen Grund so gebaut
worden. Im Sommer schützen sie vor der Hitze, im Winter vor der Kälte. Auch wenn die Temperaturen hier fast nie unter 10 Grad sind, sind die Räume im Winter kalt. Heizquellen gab es nur in den
seltensten Fälle, daher war die richtige Bauweise von Nöten. Natürlich spielten die finanziellen Verhältnisse auch immer eine Rolle.
Die Fenster und der Patio heute
Die Bauart der Häuser ist sehr typisch. An der Front ist meist eine große unauffällige Mauer und man tritt ein in einen Innenhof. Der Hof oder auch Patio genannt, wird häufig mit Pflanzen geschmückt,
besonders typisch sind dabei riesengroße Farne die wie Ampeln von der Decke hängen. Sobald man in diesen Hof tritt, sieht man die Schönheit dieses Patios und spürt gleich die meist angenehme
Atmosphäre des Hauses. Von diesem Hof gehen meist mehrere Zimmer oder weitere kleine Häuschen ab oder es befindet sich hier die eigentliche Haustür zum Wohnhaus. Ein wichtiger Grund warum die Häuser
so gebaut werden ist das Wetter Teneriffa. Hier in diesen Patios findet man im Laufe des Tages fast immer einen schattigen und kühlen Platz, sodass man sich ohne weiteres dort aufhalten kann. Im
Winter wiederum sind die Höfe geschützt vor Wind, und auch dann kann man mit einer Jacke oder Decke die Abende dort gut verbringen.
Die Fenster früher
Für mich besonders schön sind die Fenster der alten Häuser. In den ganz alten kanarischen Häusern sahen die Fenster jedoch ganz anders aus. Oben befanden sich ein oder zwei Reihen Scheiben, das
übrige Fenster besteht aus Holzfächern, in diesen Holzfächern aber wurden zwei kleine Klappen angebracht, die oben festhingen und sich von unten nach oben aufschieben ließen. Kam ein Fremder an die
Tür wurde er also erst einmal durch diese Holzklappe beäugt. Auch heute sieht man noch meist alte Leute, die stundenlang an diesen Fenstern sitzen. Ganz typisch sind auch die kleinen Holzbänke
unterhalb der Fenster, damit man dort gemütlich sitzen und dem Treiben auf der Straße zuschauen kann. Auch hier wurde das Wetter Teneriffa mitberücksichtigt, denn im Sommer schützten die Holzklappen
vor der Hitze.
Die Fenster heute
Das heutige typische kanarische Haus hat nicht den Patio von dem die einzelnen Zimmer abgehen, sondern es ist ein langer schmaler Schlauch. Meist befinden sich viele kleiner Zimmer innerhalb dieses
Hauses. Nicht alle Zimmer haben Fenster direkt an der Außenmauer. Viele dieser Häuser haben noch einmal kleine Patios, die nach oben offen sind und die Fenster befinden sich in Richtung dieser
Patios. Manche Räume haben daher wenig Tageslicht, aber durch die Fenster zum Patio werden sie gut gelüftet. Durch diese Patios innerhalb des Wohnhauses dringt Licht ins innere und sie sind in der
Sommerhitze immer etwas kühler. Das typisch kanarische Haus hat oft nur kleine Fenster, die sogar mit Fensterläden, die die meiste Zeit des Tages verschlossen sind. Hierüber habe ich inzwischen die
verschiedensten Theorien gehört was wohl der Grund dafür ist. Ich dachte der Hauptgrund ist auch hier, dass man sich vor der Sonne schützen wollte und die Kühle im Haus halten wollte. Inzwischen habe
ich aber gehört, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Die Canarios haben sich so vor der Kälte geschützt. Was wirklich stimmt konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Also wird beim Neubau
eines Hauses immer noch das Wetter Teneriffa dabei berücksichtigt
Die Dachterrasse
Ein weiteres Merkmal für das typisch kanarische Haus aus heutiger Zeit ist die Dachterrasse. Meist wird die gesamte Fläche des Hauses als Dachterrasse angefertigt. Jedoch sieht man nur selten
Canarios dort sitzen, vielmehr nutzen sie diese Orte, um ihre Wäsche zu trocknen und auch die Wäsche zu waschen, denn fast jedes Haus hat dort oben ein kleines Waschhaus. Über die gesamt Fläche
werden Wäscheleinen gespannt, so dass die Wäsche schnell im Wind trocknen kann.
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